Wie ich arbeite

Am Computer ...



... bei der Arbeit



Ich weiß nicht, ob es einen allgemein gültigen Weg gibt, an das Schreiben heranzugehen; von anderen Autoren habe ich von den unterschiedlichsten Methoden gehört. Manche haben eine Idee und fangen unmittelbar an zu schreiben, so dass sich die Handlung erst im Laufe des Schreibens entwickelt. Andere machen sich akribische Pläne zu jedem einzelnen Kapitel. Bei mir läuft der kreative Prozess etwa folgendermaßen ab: Zuerst ist da eine Idee.

Inspiriert werde ich dazu durch das alltägliche Leben, besonders durch die Medien, die die Nachrichten aus aller Welt ins Haus bringen. Aus der Idee entsteht nach und nach in meinem Kopf eine Geschichte. Zuerst nur der grobe Verlauf, dann kommen immer mehr Einzelheiten dazu. Der Plot entsteht. Oft ist eine umfangreiche Recherche dazu nötig. Meistens notiere ich die Ergebnisse dieser Vorarbeit handschriftlich auf Papier.

Die nächste Phase besteht aus der literarischen Arbeit. Das bedeutet, ich denke über Dinge nach wie Erzählperspektive, Handlungsstränge, Spannungsbogen, Dialoge und vieles mehr. Ich fertige Karteikarten an mit den Namen und Eigenschaften der einzelnen Charaktere, und zur Veranschaulichung suche ich in Zeitungen und Zeitschriften Fotos passender Gesichter, schneide sie aus und hefte sie an. Die Ergebnisse der Überlegungen fasse ich in einem Konzept zusammen, das ich in den Computer tippe.

Danach, wenn ich den Eindruck habe, dass das Konzept stimmt, fange ich an, das Manuskript zu schreiben. Wenn es gut läuft, kann ich ein ganzes Kapitel in einem Zug schreiben, ohne zu merken, wie die Zeit vergeht.

Doch dann kommt irgendwann die "verflixte 80. Seite". Das ist der Moment - ich habe mir sagen lassen, dass es anderen Autoren genauso geht - , in dem ich alles, was ich bis jetzt geschrieben habe, plötzlich in Frage stelle, oft auch das gesamte Konzept oder sogar die grundlegende Idee. Dann lasse ich das Ganze erst einmal liegen und beschäftige mich mit etwas anderem. Bisher war es so, dass ich nach ein, zwei Wochen wieder in der Lage war, das Manuskript nach einigen Änderungen fortzusetzen und fertigzustellen.